Forschungsprojekt

Fragestellung
Kann man sich durch den Konsum pflanzlicher Produkte vor UV-Strahlung schützen?

Ausgangspunkt
Einer der Risikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs ist (übermäßige) Aussetzung an die Sonne. Traditionelle Schutzmaßnahmen wie die Verwendung von Sonnencreme oder schützender Kleidung werden unzureichend angewendet. Studien zeigen, dass die Einnahme bestimmter pflanzlicher Produkte möglicherweise vor UV-Strahlung schützen kann. In dieser Studie wird überprüft, welche pflanzlichen Produkte nach Einnahme einen Betrag zum Sonnenschutz liefern.

Methode
Um den Ausgangspunkt der Studie zu bestimmen, wurden zwei Experten auf dem Gebiet der Dermatologe interviewt. Mithilfe von Literaturstudien wurden pflanzliche Bestandteile identifiziert, die präventive oder regenerierende Eigenschaften besitzen (antikarzinogene Wirkung, antiinflammatorische Wirkung, antioxidative Wirkung und/oder UV-absorbierend) und gefahrlos eingenommen werden können sowie nach deren Einnahme in der Haut zur Verfügung stehen.

Ergebnisse
Die folgenden pflanzlichen Produkte wurden untersucht: Kaempferol (zum Beispiel in roten Trauben enthalten), Curcumin (Gelbwurzel), Epigallocatechingallat (in grünem Tee enthalten), Koffein, Granatapfel, Ferritin, Polypodium leucotomos-Extrakt (tropischer Farn), Carotinoide (verleihen Pflanzen Farbe) wie Lycopin (in Tomaten enthalten) und Astaxanthin (in Algen enthalten), Extrakt der Ashwagandha (Schlafbeere), Vitamin C und E (auch in Kombination) und Rote Beete-Extrakt. Alle Bestandteile enthalten präventive oder regenerierende Eigenschaften und scheinen gefahrlos eingenommen werden zu können. Von den meisten Produkten ist jedoch noch nicht bekannt, was die maximale Menge ist, die täglich eingenommen werden kann, ohne dass negative Effekte auftreten. In wie weit Bestandteile nach der Einnahme bis in die Haut dringen können (der Ort, an dem das Produkt wirken muss), ist in vielen Fällen unklar.

Schlussfolgerung
Der Polypodium leucotomos-Extrakt ist ein vielversprechendes Produkt für den Einsatz als orales Sonnenschutzprodukt. Dieses Produkt enthält präventive und regenerierende Eigenschaften, ist sicher und gelangt nach Einnahme in die Haut. Auch Astaxanthin und Koffein scheinen für ein orales Sonnenschutzprodukt geeignet zu sein. Man kommt zu dem Schluss, dass noch weitere Studien zur Sicherheit pflanzlicher Produkte, der besten Dosierung und die Effektivität der Einnahme pflanzlicher Produkte zum Schutz vor UV-Strahlung durchgeführt werden müssen.

Diskussion/Einschränkungen der Studie
In dieser Studie wurden einige pflanzliche Bestandteile untersucht. Die Liste ist jedoch nicht vollständig. Andere, nicht untersuchte pflanzliche Bestandteile, können möglicherweise auch als oraler Sonnenschutz eingesetzt werden.

Meinung
Matthijs C. Boog (MSc):
„Neben den wohl bekannten Vorteilen, die das Essen von Gemüse mit sich bringt, haben Studien auch gezeigt, dass beispielsweise das Essen von Tomatenpüree leichten Schutz vor UV-Strahlung* bietet. Aus dieser Studie geht jedoch hervor, dass ein Sonnen-Shake die Sonnencreme noch lange nicht ersetzen kann.“

Universität:
Erasmus MC Universität in Rotterdam

Jahr:
Mai - Juni 2014

Autoren:
Laura Hetting, Brend Kemperman, Philip Ruppert, Sander Termeulen, Eveline Ultee, Rosalie Vermeulen, Gilles Vismans