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Rasieren von Gesichtshaar
Die Haut von Männern ist anders als die Haut von Frauen. Neben einer erhöhten Schweißproduktion verdampft bei Männern weniger Schweiß auf der Haut, ist die Hauttemperatur und der transepidermale Wasserverlust höher und der pH-Wert der Haut niedriger. Zudem haben Männer Gesichtsbehaarung. Das Rasieren von Gesichtsbehaarung ist ein wichtiger Bestandteil der Hautpflege bei Männern, geht jedoch oft Hand in Hand mit Hautreizungen und einem brennenden Gefühl auf der Haut. Draelos bespricht einige Faktoren, die für die komfortable Rasur von Gesichtsbehaarung wichtig sind.

Vor der Rasur
Draelos meint, dass die Unannehmlichkeiten des Rasierens abhängig sind von der Kraft, die für das Abschneiden des Barthaars benötigt wird. Es darum sehr wichtig, vor dem Rasieren die Barthaare gut anzufeuchten: Im Vergleich zum Abschneiden trockener Haare wird bei nassen Haaren nur halb so viel Kraft benötigt. Draelos sagt, dass ein trockenes Barthaar genauso stark ist wie ein Kupferdraht mit demselben Durchmesser. Zudem würde das Reinigen der Haut vor dem Rasieren (das Entfernen von Talg und Hautschüppchen) der Klinge dabei helfen, besser über die Haut zu gleiten. Das verhindert Reibung zwischen der Klinge und der Haut und damit Verletzungen und hält so die Hautbarriere intakt.

Während der Rasur
Während der Rasur sorgt Rasierschaum dafür, dass die Barthaare feucht bleiben und die Klinge leicht über die Haut gleitet.

Nach dem Rasieren
Draelos empfiehlt, nach dem Rasieren Produkte mit Glyzerin und Emmolients zu verwenden, um rasurbedingte Hautprobleme zu verhindern.

Draelos beschreibt zwei Studien, in denen die hier oben beschriebenen Konzepte getestet werden.

Vor der Rasur: Reiniger besser als Seife

Studienanlage

20 Testpersonen nahmen an einer fünftägigen Studie teil, bei der zwei Arten der Rasur miteinander verglichen werden. Alle Teilnehmer verwendeten für beide Seiten des Gesichts denselben Rasierer und denselben Rasierschaum und danach dieselbe Feuchtigkeitscreme. Beide Gesichtshälften wurden hingegen unterschiedlich auf die Rasur vorbereitet: Eine Seite wurde mit Seife gereinigt, die andere mit einem milden Reiniger mit Sodium trideceth sulfate, Sodium lauroamphoacetate und Sodium myristoyl sarcosinate.

Ergebnis der Studie
Die Ergebnisse haben gezeigt, dass sich die Reinigung mit einem milden Reiniger nach dem Rasieren positiv auf die Haut auswirkt: Die Seite des Gesichts, die mit dem Reiniger gereinigt wurde, war besser hydratisiert und die Hautbarriere war in einem besseren Zustand als die Seite, die mit Seife gereinigt wurde.


Niacinamid gut nach der Rasur

Studienanlage
In dieser Studie wurden drei verschiedene Konditionen nach dem Rasieren getestet: Die Verwendung einer Feuchtigkeitscreme mit Glyzerin und Emmolients, die Verwendung einer Feuchtigkeitscreme mit Glyzerin, Emmolients und Niacinamid (5 %) oder keine Feuchtigkeitscreme. 90 Männer wendeten abwechselnd zwei der drei Konditionen an: an jeder Gesichtshälfte eine.


Ergebnis der Studie und Schlussfolgerungen
Es hat sich gezeigt, dass sich beide Feuchtigkeitscremes direkt nach der Rasur positiv auf die Hautbarriere auswirkten im Vergleich zu der Gesichtshälfte, auf der keine Feuchtigkeitscreme verwendet wurde. Draelos schlussfolgert, dass diese Verbesserung durch das Glyzerin in der Feuchtigkeitscreme verursacht wird. Die Messungen nach einer, zwei und drei Wochen zeigten, dass die Feuchtigkeitscreme mit Niacinamid den transepidermalen Wasserverlust in größerem Maße verringert als die Feuchtigkeitscreme ohne Niacinamid. Draelos schlussfolgert, dass dieser bessere Score ein verbessertes Stratum corneum durch die Verwendung von Niacinamid anzeigt.


Dr. Jetske Ultee:
„Zoe Draelos gibt einige nützliche Tipps, um Hautprobleme zu verhindern. Sie sollten es übrigens mit dem Anfeuchten der Haut nicht übertreiben. Zu langer Kontakt mit Wasser zerstört die Barrierefunktion der Haut und damit steigt wieder die Wahrscheinlichkeit auf Reizungen.“

Originaltitel:
Male skin and ingredients to male skin care

Jahr:
2011

Autoren:
Z.D. Draelos

Wissenschaftliche Zeitschrift:
British Journal of Dermatology

Link:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22385030