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Akne bei dunkler Haut: Risiko auf Hyperpigmentierung und Keloid
Akne tritt bei allen Hauttypen vor, die sichtbaren Symptome von Akne sind jedoch bei jeder Hautfarbe anders. Postinflammatorische Hyperpigmentierung, dunkle Verfärbungen der Haut nach Beschädigungen, ist ein wichtiges Merkmal von Akne bei dunkler (nicht-weißer) Haut. Auch Keloide (übermäßiges Narbengewebe) treten bei dunkler Haut häufiger auf als bei heller. Genauso wie postinflammatorische Hyperpigmentierung können Keloide bleibend sein.

Mehr Talg bei dunkler Haut
Neben dem Unterschied in sichtbaren Merkmalen von Akne, gibt es Hinweise darauf, dass auch ein Unterschied in der Talgproduktion zwischen dunkler und heller Haut besteht. Mehr Talg könnte das Akne-Risiko erhöhen und den Schweregrad der Erkrankung beeinflussen. Eine einzige Studie zeigt, dass die Talgproduktion bei dunkelhäutigen Menschen erhöht ist, während andere Studien diese Resultate nicht bestätigen. Auch die Porengröße könnte mit der Talgproduktion und damit mit Akne zusammenhänge. Größere Poren könnten zu einer Talgzunahme führen. Aus Studien geht hervor, dass Akne-Patienten mit dunkler Haut größere Poren haben als Patienten mit weißer Haut.

Risiko auf postinflammatorische Hyperpigmentierung verringern
Im Prinzip sind die Behandlungsmöglichkeiten bei Akne für alle Hauttypen gleich. Die Autoren nehmen an, dass dunkle Haut eine drastischere Behandlung erfordert. Das würde das Risiko postinflammatorischer Hyperpigmentierungen und Keloide verkleinern. Auf der anderen Seite muss die Tatsache berücksichtigt werden, dass manche Behandlungen Reizungen und damit eine Verfärbung der Haut hervorrufen können.

Retinoide erste Wahl
Die Autoren des Artikels sagen, dass auf die Haut aufgetragene Retinoide die erste Wahl zur Behandlung von Mitessern und Pickeln bei Akne bei dunkler Haut sind. Retinoide bekämpfen verschiedene Merkmale von Akne und vermindern zudem postinflammatorische Hyperpigmentierung. Die Autoren raten, eine Feuchtigkeitscreme zu verwenden, um Reizungen als Folge der Verwendung der Retinoide zu verhindern.

Bekämpfen von Entzündungen wichtig
Da postinflammatorische Hyperpigmentierung bei von Akne betroffener dunkler Haut eine wesentliche Rolle spielt, ist das Verhindern von Entzündungen wichtig. Antimikrobielle Substanzen wie Benzoylperoxid und Antibiotika können die Entzündungsreaktion verringern. Das Antibiotikum Dapson ist trotz seiner antiinflammatorischen Eigenschaften weniger zur Behandlung von Akne geeignet. Die Verwendung würde nämlich zu einer Verfärbung der Haut führen. Azelainsäure (15 % oder 20 %) kann sowohl entzündete als nicht entzündete Läsionen und Hyperpigmentierungen verringern. Hydrochinon kann zur Behandlung von Hyperpigmentierungen eingesetzt werden. Die Verwendung von Hydrochinon auf der Haut kann zum sogenannten Halo-Effect führen, was bedeutet, dass die Haut um diese Stellen heller wird. Das geht nach einiger Zeit wieder vorüber. Wegen der möglichen Nebenwirkungen von Hydrochinon (Reizungen, Kontaktekzem) wird nach Alternativen geforscht.

Mittel zum Einnehmen bei schweren Formen von Akne
Isotretinoin ist eine Behandlungsmöglichkeit bei schwerer Akne und vermindert Hyperpigmentierungen. Die Verwendung von Isotretinoin kann bei dunkler Haut die Beschwerden anfangs verschlimmern. Darum wird geraten, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen. Außerdem kann die Verwendung von Isotretinoin schwere Nebenwirkungen haben, vor allem für das ungeborene Kind. Wegen der antimikrobiellen und antiinflammatorischen Wirkung von Antibiotika entscheidet man sich bei mittlerer bis schwerer Akne auch für die Gabe von Antibiotika zum Einnehmen. Hormonale Kontrazeptiva verringern die Talgproduktion und können sich somit positiv auf Akne auswirken.

Vorsicht mit Peelings und Licht- und Lasertherapie
Peelings mit Salicylsäure und Glykolsäure sind effektiv und sicher bei der Behandlung von postinflammatorische Hyperpigmentierung bei dunkler Haut. Nach der Behandlung können jedoch vorübergehende Hyperpigmentierungen auftreten. Tiefe Peelings, bei denen mehrere Hautschichten zerstört werden, sind wegen des Risikos auf Narben und Hyperpigmentierungen bei dunkelhäutigen Menschen nicht empfehlenswert. Die Behandlung von Aknenarben zum Beispiel kann bei dunkler Haut mit Licht- und Lasertherapie effektiv sein, jedoch auch zu Hyperpigmentierungen führen. Die Autoren schließen, dass die Effektivität und die Risiken dieser Behandlungen bei dunkler Haut noch besser erforscht werden müssen.

Sonnencreme verhindert Zunahme Hyperpigmentierung

Die Verwendung von Sonnencreme wird als wichtige Maßnahme gesehen, um eine Zunahme von Hyperpigmentierungen zu verhindern. Es wird empfohlen, regelmäßig Sonnencreme mit UVA- und UVB-Filter zu verwenden. Dabei sollte am besten ein nicht komedogenes Produkt verwendet werden, damit sich die Akne nicht verschlimmert.

Originaltitel:
Acne in Patients with Skin of Color: Practical Management

Jahr:
2014

Autoren:
N.C. Yin, A.J. McMichael

Wissenschaftliche Zeitschrift:
American Journal of Clinical Dermatology

Link:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24190453

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