Forschungsprojekt

Fast alle Eltern geben an, ihr Kind am Strand einzucremen. Nur die Hälfte macht das auch an sommerlichen Tagen beim Sport. Aber auch bei der Gruppe Eltern, die angeben, ihr Kind am Strand und auf dem Sportplatz einzucremen, gibt es einen Unterschied: Am Strand ist eincremen eher eine Gewohnheit als auf dem Sportplatz.



Anlass
Aus früheren Studien geht hervor, dass es für fast alle Eltern wichtig ist, dass ihr Kind an einem Sommertag am Strand eingecremt wird (Link). Sich am Strand einzucremen, scheint für viele Eltern eine Gewohnheit zu sein. Aber wie sieht das beim Sport aus? Cremen Eltern ihre Kinder beim Sport ein und ist das genauso selbstverständlich wie das Eincremen am Strand?

Methode
In zehn verschiedenen Sportclubs (Hockey, Fußball) in den niederländischen Städten Amsterdam und Amstelveen wurden Eltern gebeten, einen Fragebogen auszufüllen. Sie wurden zum Schutz ihres Kindes an einem sonnigen Tag im Frühling oder Sommer zwischen 10 und 15 Uhr beim Training oder Wettkampf befragt. Es wurde auch untersucht, ob Kinder am Strand geschützt wurden. Neben der Verwendung von Sonnencreme wurde auch nach dem Wert gefragt, den Eltern auf den Sonnenschutz ihres Kindes legen.

Um die Gewohnheit des Eincremens zu messen (am Strand oder auf dem Sportfeld), wurde ein spezieller Fragebogen verwendet: der Self-Report Habit Index. Das Ergebnis dieses Fragebogens kann zwischen 0 und 30 Punkten liegen. Bei 0 Punkten handelt es sich um eine sehr starke Gewohnheit (in diesem Fall, um das Kind einzucremen) und bei 30 Punkten handelt es sich um eine sehr schwache Gewohnheit. Eine starke Gewohnheit bedeutet nicht nur, dass jemand etwas oft tut, sondern auch ob jemand etwas tut, ohne darüber nachzudenken: ob etwas ein Automatismus ist.

Resultate
Der Fragebogen wurde von 147 Eltern ausgefüllt, von denen 116 den Inklusionskriterien entsprachen. Das Alter der Eltern lag zwischen 20 und 59 Jahren, im Durchschnitt 44 Jahre. Die Kinder, zu denen der Fragebogen ausgefüllt wurde, waren durchschnittlich 9 Jahre.

Verwendung Sonnencreme
Obwohl 88 Prozent der Eltern angaben, Sonnenschutz beim Sport wichtig zu finden, cremt weniger als die Hälfte (48 Prozent) sein/ihr Kind oft oder immer beim Training oder einem Wettkampf an einem sommerlichen Tag ein. Nur ein Viertel (26 Prozent) gab an, sein/ihr Kind ein zweites Mal beim Sport einzucremen.
Fast alle Eltern gaben an, ihr Kind am Strand oft oder immer mit Sonnencreme einzucremen (94 Prozent). Am Strand verwendeten zudem 66 Prozent der Eltern nach zwei Stunden oder Kontakt mit Wasser erneut Sonnencreme.

Verwendung von Sonnencreme ist Gewohnheit
Eltern, die angaben, ihr Kind oft oder immer auf dem Sportplatz und am Strand einzucremen, erzielten im Durchschnitt 8 Punkte bei der „Gewohnheit“ beim Eincremen auf dem Sportplatz. Am Strand erzielten diese Eltern im Schnitt 4 Punkte. Das bedeutet, dass diese Eltern eine stärkere Gewohnheit haben, ihre Kinder am Strand einzucremen als auf dem Sportplatz. Die Ergebnisse suggerieren, dass Eltern ihre Kinder am Strand eincremen, ohne weiter darüber nachzudenken, während das Eincremen auf dem Sportplatz nicht so selbstverständlich ist.

Schlussfolgerung
Aus dieser Studie kann man den Schluss ziehen, dass man noch viel davon profitieren kann, wenn man Kinder auf dem Sportplatz vor der Sonne schützt. Nicht nur, dass nur die Hälfte aller Eltern ihre Kinder an sommerlichen Tagen eincremt - auch der Sonnenschutz auf dem Sportplatz ist noch lange nicht so selbstverständlich wie das Eincremen am Strand.

Es ist wichtig, dass Eltern es sich auch beim Sport zur Gewohnheit machen. Dabei kann es hilfreich sein, einen festen Zeitpunkt zu vereinbaren, an dem Kinder eingecremt werden oder Sonnencreme im Sportclub zur Verfügung zu stellen.

März 2015 - Juni 2015

Cheryl Glazenburg, student Gezondheidswetenschappen, VU Amsterdam